Kauffmannmühle
Geschichte
Die Kauffmannmühle wurde 1881 bis 1883 von den Mannheimer Architekten Philipp Jelmoli und Karl Blatt im Auftrag der Firma Kauffmann und Söhne Mannheim errichtet. Das Mühlengebäude verlieh den Betreibern den Titelzusatz „Erste Mannheimer Dampfmühle“. 1905 wurde das Gebäude erweitert. Zudem wurden an das am Wasser liegende Lagerhaus ein Silo und ein weiteres Lagerhaus angebaut.
Während der beiden Weltkriege wurde die Mühle nicht beschädigt. Sie setzte ihre Arbeit fort, bis sie 1960 stillgelegt wurde. 1982 erlitt eines der Lagerhäuser Schaden in einem Brand und wurde 1983 abgerissen, wodurch die Symmetrie des Ensembles gestört worden ist.
Das Ensemble
Der markanteste Teil des Mühlenkomplexes ist das am Verbindungskanal liegende 30 Meter hohe Silo, welches im neuromanischen Stil gehalten ist. Das daran angrenzende Lagerhaus hatte ursprünglich an der anderen Seite des Silos sein symmetrisches Pendant. Heute erinnert an das abgerissene Magazin nur noch das Yaman-Gebäude auf der linken Seite der Baulücke, welches ebenfalls zum Mühlenkomplex gehört. Dadurch, dass die zweistöckigen Lagerhäuser das hohe Silo flankierten, folgte das Gesamtkonzept den Prinzipien der Mannheimer Symmetrie, welche die Stadt seit dem 18. Jahrhundert prägt: Die markante Kombination von niedrigen Seitenflügeln und einem hohen Mittelturm findet man unter anderem bei der Konkordienkirche, dem Rathaus, dem Alten Kaufhaus und dem an seiner Stelle erbauten modernen Stadthaus N1. Das Silo und das Lagerhaus wirkten also identitätsstiftend für den Stadtteil.
Auch das Mühlengebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist ein eindrucksvolles Beispiel für industrielle Architektur, da es mit minimalen Mitteln „repräsentative Wirkung anstrebt und dabei mittelalterliche Bau- und Schmuckformen rezipiert“ (Schenk, Andreas: Architekturführer Mannheim. Dietrich Riemer Verlag, Berlin 1999, Seite 68). Daran liegt der Komplex aus ehemaligem Verwaltungsgebäude, Kantine und KFZ-Werkstatt an, in welchem zeitraumexit seit 2007 seine Räumlichkeiten hat.
Die ehemalige Kantine dient nun als Ausstellungsraum. Die darunterliegenden Wirtschaftsräume wurden zu einer Bar und Lagerräumen umgebaut. Die ehemalige KFZ-Werkstatt wurde in einen Bühnenraum umgewandelt, der Arbeitsgraben geschlossen. Das Gebäude wurde um einen Aufbau ergänzt, der Platz für drei weitere Büros sowie einen Konferenzraum bietet.
Zukunft
Wegen ihrer günstigen Lage in der Nähe von vielen Unternehmen aus der Kreativbranche, so wie der Popakademie, dem Musikpark, dem Kunstraum Strümpfe und auch zeitraumexit, wird die Kauffmannmühle von der Stadt Mannheim mit Unterstützung von EU-Fördermitteln zum Teil in ein Kreativwirtschaftszentrum umgewandelt. Der größere Teil wird jedoch von dem Inhaber Reinhard Suhl mit hochwertigen Wohnungen, Büro- und Atelierflächen ausgestattet. Die unter Denkmalschutz stehenden Fassaden bleiben dabei erhalten, das Silogebäude wird aber mit Fenster und Balkonen versehen.
Das städtische Kreativwirtschaftszentrum wird im Yaman-Gebäude sowie dem benachbarten, aber nicht zur Mühle gehörenden Gebäude der Firma Durferrit angesiedelt sein. Die Büroflächen, Showrooms und Eventflächen, die darin entstehen, werden an Unternehmen aus der Kreativbranche vermietet werden. Das Angebot wird durch die Kommunale Galerie ergänzt, in welcher junge Künstler aus der Region ihre Werke ausstellen werden. Es sind sechs Ausstellungen pro Jahr geplant.
Das voraussichtliche Datum der Fertigstellung ist Anfang 2014.
Quellen:
Schenk, Andreas. Architekturführer Mannheim. Berlin: Dietrich Riemer Verlag, 1999, Seite 68.
Schenk, Andreas. Mannheim und seine Bauten 1907-2007. Band 4: Verkehr, Industrie, Gesundheit und Sport. Mannheim: EDITON QUADAT, 2004, Seite 60.
