Festivals & Projekte

Neben Ausstellungen, Produktionen, Gastspielen und Sonderveranstaltungen sind regelmäßige feste Veranstaltungsformate, darunter Festivals, Reihen und Kooperationen, in unserem Jahresprogramm integriert. Dazu zählen neben dem biennal stattfindenden Festival „Wunder der Prärie“ und der Newcomer-Plattform „frisch eingetroffen“ auch das Engagement im Bereich der kulturellen Bildung. Darüber hinaus ist zeitraumexit ein Dach für verschiedene künstlerische Initiativen wie beispielsweise die „B-Seite – Festival für visuelle Kunst und Jetztkultur“ und der „Flimmerkiste“ des Vereins für visuelle Kunst und Jetztkultur, für das Netzwerktreffen „elektrosmog“ des Vereins klangfluss e.V. sowie für Initiativen der Mannheimer Fakultät für Gestaltung, die im regelmäßigen Rahmen Veranstaltungen in Kooperation mit uns durchführen. Auf Anfrage ermöglichen wir zudem Künstler-Residenzen, bei denen zur Erarbeitung neuer künstlerischer Formate unsere Infrastruktur genutzt werden kann.

Wunder der Prärie

Alle zwei Jahre wird die Metropolregion Rhein-Neckar zum Zentrum internationaler Live-Art: Mit Performance, Tanz und genreübergreifenden Projekten an der Schnittstelle zu Theater und Bildender Kunst steht „Wunder der Prärie“ seit 2004 für die Präsentation aktueller Kunstformen im Südwesten der Republik. Zum Selbstverständnis des Festivals gehört die Arbeit in und mit der Stadt. Zum zehnten Mal verdichtet sich auch 2017 das Festivalgeschehen an öffentlichen Orten der Stadt Mannheim, um den gesellschaftlichen Diskurs zu relevanten zeitgenössischen Themen anzuregen und als Initiator und Katalysator gesellschaftlicher Prozesse zu wirken. „Wunder der Prärie“ zählt zu den 15 Top-Festivals der Metropolregion Rhein-Neckar und steht unter der Schirmherrschaft von OB Dr. Peter Kurz.
Mehr Infos auf www.wunderderpraerie.de oder bei Facebook.

Supercopy

“Everything is a Remix.” Von Tokyo bis L.A., von Moskau bis Kapstadt hat sich kreatives Kopieren als Kunst- und Kommunikationsform etabliert. Kopiert wird überall, doch Kopie ist nicht überall gleich Kopie. Denn alle Kulturen haben eigene ästhetische, rechtliche und ökonomische Traditionen. Was in dem einen Land erlaubt und geschätzt, ist im anderen ein Fall für das Gericht. Zum zweiten Mal seit 2015 veranstalten zeitraumexit und die Alte Feuerwache gemeinsam mit dem Kurator Matti Kunstek, Port 25 – Raum für Gegenwartskunst und dem Odeon Kino 2017 das interdisziplinäre Festival "Supercopy". 2017 fragen Künstler*innen aus drei Kontinenten nach den Chancen, Grenzen und Machtverhältnissen der kulturellen Globalisierung. Ausgehend vom Sampling in der Hip-Hop-Kultur geht "Supercopy" auf eine Weltreise durch verschiedene Felder der Kunst, Wissenschaft und politischen Ökonomie. Was kommt nach Original und Kopie? www.supercopy.eu

Das Mannheimer Erbe der Weltkulturen

Mannheim bekommt als erste deutsche Stadt eine Liste ihres eigenen multikulturellen Erbes. zeitraumexit ruft unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission dazu auf, 160 herausragende internationale Kulturstätten in Mannheim für eine Liste der Weltkulturen zu nominieren.

In Mannheim leben Bürger*innen aus über 160 Staaten – die  Liste des UNESCO-Welterbes umfasst herausragende Kultur- und Naturstätten in ebenso vielen Staaten. Warum also nicht die Weltkultur in einer Stadt abbilden und allen hier lebenden Menschen zugänglich machen? Gemeinsam mit migrantischen Kulturvereinen und deren Vetreter*innen, den Reiss-Engelhorn-Museen, dem Goethe-Institut  Mannheim, dem Integrationsbeauftragten und dem Stadtarchiv der Stadt Mannheim entsteht über die Dauer eines Jahres ein einmaliges Kultur-Highlight, ein Portrait Mannheims als Einwanderungsstadt und ein Dokument gelebter migrantischer Kultur in der Bundesrepublik.

Mannheims Erbe der Vielfalt bewahren: zeitraumexit schickt seit Anfang Mai ein Team aus Kulturschaffenden und Ethnolog*innen in die Stadt, um Vorschläge für die herausragendsten Beispiele lebendiger migrantischer Kultur vor Ort zu sammeln: Vom Moscheewecker, der pünktlich zum Gebet ruft, über den Grillplatz am Fluss zur Volkstanzgruppe, von der typischsten aller Kneipen über das importierte Küchengerät zur selbstgenähten traditionellen Tracht, von der Originalstatue im städtischen Museum über die stilecht kopierte Wohnungseinrichtung bis zum Sportfanclub. Welches Kulturgut in diese Liste aufgenommen wird, bestimmen die Menschen, die damit leben. Anfang Dezember veranstaltet zeitraumexit das große Mannheimer Reenactment des alljährlichen UNESCO-Komitees als bunte Weltkulturenshow – komplett mit eigenem 21-köpfigen Komitee, international besetzter Moderation und allen Objekten der Mannheimer Kulturerbeliste. Im Mai 2017 werden schließlich die Objekte, Orte und Traditionen in einer Ausstellung, in Stadtspaziergängen und Publikationen öffentlich zugänglich gemacht.
Mehr Infos und die Dokumentation der Projektentwicklung auf www.weltkulturenerbe.de

frisch eingetroffen. Young International Performance Art

Bereits seit zehn Jahren ist „frisch eingetroffen“ die Bühne für junge, aktuelle und internationale Positionen der darstellenden Kunst abseits  des Mainstream. Die Nachwuchs-Plattform zeigt Performance, Live-Art, zeitgenössischen Tanz sowie medien- und genreübergreifende Positionen. Besonderes Gewicht wird bei der Kuratierung auf Innovationskraft und Originalität gelegt. Künstlerische Positionen, die neue Formate und Ästhetiken ausprobieren, Experimente wagen, das Risiko nicht scheuen und sich mutig der Bühnensituation aussetzen bilden das zweitägige Programm. Erstmalig in 2015 fand „frisch eingetroffen“ in Kooperation mit einem freien Haus in Belgrad statt: Station – Service for Contemporary Dance. Für die Zukunft sind weitere europäische Kooperationen geplant.

Kulturelle Bildung

Seit 2011 engagiert sich zeitraumexit im Bereich der kulturellen Bildung in Schulen und Jugendhäusern und nutzt dabei eine seiner Kernkompetenzen, die Performancekunst: Durch die Direktheit der Darstellungsform kann sich in Performances jeder zu seinen lebenswichtigen Themen äußern - durch Sprache, Bewegung oder szenische Bilder. Performance wird als Möglichkeit der umfassenden Kreativitätsbildung genutzt, mit dem Ziel, alle zur Verfügung stehenden Fähigkeiten und Potentiale zu nutzen, um Erfahrungen zu machen, Erkenntnisse zu gewinnen und Bedeutungen zu formulieren. Unter der Leitung von Wolfgang Sautermeister wurden in den vergangenen Jahren Projekte in Kooperation mit der Kerschensteiner Gemeinschaftsschule Mannheim-Schönau, der Hermann-Gutzmann-Schule in Mannheim-Gartenstadt, der Johannes-Kepler Werkrealschule Mannheim und dem Jugendhaus Mannheim-Vogelstang erfolgreich realisiert. Bei Interesse an einer Zusammenarbeit im Bereich kulturelle Bildung Mail an wolfgang.sautermeister [at] zeitraumexit.de.

B-Seite Festival & Flimmerkiste

Der Verein für Visuelle Kunst und Jetztkultur e.V. organisiert jeden März in Mannheim die "B-Seite", das Festival für visuelle Kunst und Jetztkultur in der Metropolregion Rhein-Neckar. Das nicht-kommerzielle Festival setzt sich primär mit den Spielarten moderner visueller Kunst auseinander, lotet mediale Schnittmengen aus und erschließt dabei seinen Besuchern neue Betrachtungsweisen, Strömungen und Perspektiven der New Media Art. Eine Ausstellung, Performances, Installationen und Interventionen fungieren meist als tragende Pfeiler des Festivals. Gespräche, Vorträge & Workshops flankieren dann das visuelle und auditive Angebot. Zudem laden die Mannheimer Bewegtbild-Experten monatlich zum Visualistenstammtisch "Flimmerkiste" ein und nehmen über das Jahr in variabler Form an diversen Kunst- und Kulturveranstaltungen teil. Mehr Infos auf www.jetztkultur.de oder bei Facebook.

elektrosmog

"elektrosmog" ist Mannheims Ort für elektroakustische Musik und Sound Art. Das offene Netzwerk für Musiker und Interessierte lädt an jedem letzten Dienstag im Monat zum Austausch, Experimentieren oder Vorstellen neuer Projekte und Ideen ein. Die darüber hinaus regelmäßig stattfindenden Konzerte stellen sowohl regionale junge, aufsteigende Künstler als auch renommierte internationale Künstler im Bereich zeitgenössische, experimentelle Musik in den Fokus. "elektrosmog" wird veranstaltet in Kooperation mit zeitraumexit. Mehr Infos bei Facebook.

outside the box: Eine Frage nach dem Verhältnis von Kunst und Öffentlichkeit

Sechs Kunsthäuser, vier europäische Länder und die Idee „outside the box“ zu denken, zu recherchieren und zu arbeiten - so begannen 2012 die ersten Vorbereitungen zum internationalen Rechercheprojekt "outside the box". Zu der übergeordneten Frage nach dem Verhältnis zwischen Kunst und Öffentlichkeit fanden Austausche statt, wurden wissenschaftliche wie künstlerische Konzepte entwickelt und Herangehensweisen erprobt. In sechs Arbeitsgruppen wurden während des „Marktes“ im Juni 2014 bei zeitraumexit die zentralen Fragestellungen von „outside the box“ verhandelt: Welche Rolle spielen Freude und Vergnügen in der Kunst? Wo ist das Publikum über 40? Wie unterschiedlich sehen Generationen auf Gesellschaft, politische Prozesse und die Entwicklung der Kunst? Beeinflussen die Freizeitbedürfnisse eines Publikums das eigene künstlerische Profil? – Kunst vs. Marketing? Für welches Publikum arbeiten wir? Wer interessiert sich für Live-Performances in Zeiten virtueller Erlebniswelten? Wie lassen sich direkte Dialoge zwischen Kunst und Politik gestalten, wenn die Repräsentationsbedürfnisse einer Stadt nicht mit den Inhalten einer experimentellen Kunst harmonieren? Kann aktuelle performative Kunst Einfluss auf das soziale Leben einer Stadt nehmen? 

Weiterer elementarer Teil des diskursiven Gesamtprozesses waren die aus den Recherchen vor Ort entwickelten Performances der beteiligten Gruppen, die die Frage nach der Relevanz eigener ästhetischer Positionen in der gesellschaftlichen Debatte in künstlerischen Statements untersuchten. Hier wurden entsprechend den verschiedenen politischen, gesellschaftlichen und finanziellen Bedingungen der Beteiligten ganz individuelle Ansätze und Herangehensweisen sicht- und spürbar. Im April 2015 fand das Projekt seinen Abschluss in der Veröffentlichung der 240-seitigen Projektdokumentation (deu/eng) mit Einblicken in die Rechercheprozesse, Diskussionen und Gedanken, die zusammen mit unseren Projektpartnern und Künstlern aus den Niederlanden, Estland, Polen und Deutschland über drei Jahre erarbeitet und ausgetauscht wurden. www.otb-research.com